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Vuvuzela - Pressemitteilung
Vuvuzela - musikethnologisch
Vuvuzela - Fussballfanfare 2010
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Molo - Vuvuzela
Eine Schöpfung Südafrikas
Molo - Vuvuzela<br /><div style="display: inline; font-size:12px;">Eine Sch&ouml;pfung S&uuml;dafrikas</div>

„Molo” ist ein Xhosa-Wort und bedeutet „Hallo”. - Der Ursprung des Namens „Vuvuzela” ist nicht ganz eindeutig. Eine Theorie sagt, dass es auf das Zulu-Wort „Vuvu” zurückgeht, was so viel bedeutet wie „Geräusch erzeugen”. Mit dem Zusatz „zela” wird daraus der Begriff für „andauernd Geräusche machen”. Andere sehen die Herkunft eher in einem in einigen Townships gebräuchlichen Begriff für Dusche; immerhin macht diese ebenfalls ein – wenn auch weniger eindringliches – Geräusch und der Duschkopf hat entfernte Ähnlichkeit mit dem Schalltrichter der Vuvuzela.

Seit dem Fussball Confederations Cup in Südafrika 2009 ist sie in aller Munde: Die Fantröte Vuvuzela verbreitet schon jede für sich beeindruckende Geräusche. Von zehntausenden Fans im Fußballstadium gleichzeitig geblasen, kann es zu einem infernalischen Getöse kommen..

Wie der Ton einer Vuvuzela produziert wird

Man bläst mit lockeren Lippen in das Mundstück hinein, als ob man prusten oder Autofahrgeräusche machen will: prrrrrrrrrrrrrrr. Eine alternative Technik: man spitzt die Lippen wie zum Pfeifen oder Küssen und presst dann die Luft mit einem Pups-ähnlichen Geräusch durch die Lippen. Voilà. Man sollte die Tröte beim Blasen nicht zu stark auf die Lippen pressen!

Ein geübter Bläser holt aus einer Vuvuzela wesentlich mehr heraus als ein durchschnittlicher Fußballfan. Mit Hilfe entsprechender Blas-Technik kann er die Obertonbereiche der Tröte verwenden und muss sich nicht auf den eintönigen Grundton beschränken. Komplexe Melodien können so geblasen werden. Zahlreiche deutsche Posaunenchöre setzen die Vuvuzela bei Ihren Konzerten ein.

Geschichte der Vuvuzela

Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass in Afrika „nur getrommelt wird”. Dabei sind auf dem afrikanischen Kontinent Trompeten oder Hörner weit verbreitet. Verwendet wurden Stoßzähne von Elefanten und bis heute Hörner von Kühen, Säbelantilopen oder Kudus. Diese Hörner werden in der Regel seitlich geblasen, ähnlich einer Querflöte, jedoch mit Lippenkontakt über dem gesamten Mundstück, also wie bei einer Trompete. Materialien wie Kürbis, zusammengenähte Tierhäute, Holz sind ebenso üblich wie deren Kombination. So höhlten beispielsweise die Zulu in Südafrika einen Bambusstamm aus, setzten ein Kuhhorn mit abgeschnittener Spitze an das untere Ende und bliesen von oben, wie bei einer Trompete oder Fanfare.

Die Ur-Vuvuzela aus dem s&uuml;dlichen Afrika im EinsatzDie „Ur-Vuvuzela” der Zulu im Einsatz.
© L. Levine, The Drumcafe's Traditional Music of South Africa 2005

In Zimbabwe spielt man seitlich geblasene Holztrompeten, die Tanga-Flöten.

Sammlung Andreas Wellmann. &copy; Andreas WellmannSammlung Andreas Wellmann.
© Andreas Wellmann

In Eritrea finden wir Trompeten aus langen, ausgehöhlten Baumstämmen. Sie sind zu schwer zum Spielen im Stehen und müssen daher im Sitzen geblasen werden. Das Ende des Horns wird auf dem Boden abgestützt. Dies erinnert stark an die Hörner tibetanischer Mönche oder an schweizerische Alphörner.

Traditioneller Einsatz in Afrika war das Zusammenrufen des Stammes zur Versammlung, um Rat zu halten, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Ferner wurden sie von Jünglingen eingesetzt, die ihre gleichaltrigen Freunde zusammenriefen, um dann gemeinsam zu den Angebeteten zu ziehen und ihnen den Hof zu machen.

Tier-Hörner werden auch in Ensembles mit unterschiedlich langen Hörnern für verschiedene Tonhöhen eingesetzt. Jeder Musiker bläst ein Horn mit dem einzigen, aufgrund der Länge des Horns definierten Melodieton. Das Musizieren in einem solchen Horn-Orchester ist extrem anspruchsvoll.

Kudu-Horn Set aus S&uuml;dafrika. Sammlung Andreas Wellmann. &copy; Fabian KrageningsKudu-Horn Set aus Südafrika.
Sammlung Andreas Wellmann.
© Fabian Kragenings
Das Amakhondero Kudu-Horn Orchester aus LangaDas Amakhondero Kudu-Horn Orchester aus Langa bei Kapstadt bei der Live Aufnahme der CD „Winter in Cape Town, Volume Three” am 2. August 2009.
© Klaus Christensen

Falsch ist, das Hörner in Afrika als Jagdhörner eingesetzt werden. Die laute Treibjagd wurde erst durch die Europäer, hier die Engländer, eingeführt. Und Hemingway hat dies ja ausgiebig in seinen Romanen glorifiziert. Ein afrikanischer Jäger schleicht sich an seine Beute heran, er erschreckt sie nicht und scheucht sie schon gar nicht auf.

Die heutige Vuvuzela

Südafrikaner, die an der Küste leben, kennen Signal-Hörner aus getrocknetem Seetang seit Generationen: Wurden im 18./19. Jahrhundert Wale vor der Küste gesichtet, wurde ins Seetang-Horn gestossen, denn dann gab es wieder neuen Tran für die Öl-Funzeln – in der Wal-Stadt Hermanus ist das „Whale-Horn” immer noch eine Touristen-Attraktion. Bis heute bauen sich Kinder so ihren kostenlosen Krachmacher. Und ein Arbeitsbeschaffungs-Projekt vor den Toren Kapstadt's stellt daraus kleine Kunstwerke her.

Seetang, natürlich schwarz und als Vuvuzela kunstvoll bemalt
(Sammlung Andreas Wellmann) © Fabian Kragenings (l)/Andreas Wellmann (r)

Aus dem Seetang-Horn entwickelte sich in den 40er, 50er Jahren im Grossraum Kapstadt das lautere Fisch-Horn aus Blech. Fischer und Fischhändler signalisierten damit die Ankunft von frischem Fisch, vornehmlich Snoek, einer Makrelenart, die es nur vor den Küsten Südafrikas gibt. Daher auch die Bezeichnung: „Snoek-Horn”. Übrigens spiegelt sich der manchmal etwas jaulende Klang des Snoek-Horns in der Musik solcher Kapstädter Saxophon-Legenden wie Robbie Jansen oder Winston Mankunku Ngozi († Oktober 2009) wider.

Diese Blech-Tröten wurden vereinzelt auch bei lokalen Fussballspielen eingesetzt. Mitte der 1980-er Jahre dienten sie dann als Vorbild für die nun aus Plastik hergestellte, noch lautere Fan-Tröte. 1996 kam der große Durchbruch für die Vuvuzela: seit dem Africa Cup of Nations ist sie aus südafrikanischen Fußballstadien nicht mehr weg zu denken.

Technisch gesehen ist die Herstellung einer Vuvuzela nicht sehr anspruchsvoll und das eingesetzte Kunststoffgussverfahren ist weltweit verfügbar. So gibt es bereits Tröten aus China, aber auch deutsche Hersteller versuchen ihr Glück. - Trotzdem wäre es schön, wenn auch die deutschen Fans Vuvuzelas aus dem Herkunftsland bevorzugen würden – immerhin haben wir dieses Instrument den Südafrikanern zu verdanken!

Der Autor, Andreas Wellmann, studierte Musik (u. a. Jazz und Musikethnologie) an der Musikhochschule Hannover. Er lebt die Hälfte des Jahres in Kapstadt und ist dort als Musiker und Produzent von südafrikanischer Musik aktiv./td>
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